Frau Karras, für Sie ist es bereits die fünfte Saison mit den Bayern-Mädels. Aber die erste Spielzeit, in der die Mannschaft als U16 im Spielbetrieb gemeldet ist und gegen Jungs spielen wird – wie blicken Sie dieser Veränderung entgegen?
Ja, unglaublich wie schnell die Zeit vergeht. Mittlerweile bin ich quasi das Urgestein hier unter meinen Trainerkollegen und -kolleginnen. Umso mehr freut es mich, dass wir ein spannendes, neues Kapitel aufschlagen und erstmalig im Ligabetrieb ausschließlich gegen Jungs starten. Wir haben in den vergangenen Spielzeiten schon diverse Testspiele gegen Jungs absolviert und haben dabei stets positive Erfahrungen gesammelt. Ich bin davon überzeugt, dass es der richtige Schritt ist, um die Mädels noch besser entwickeln zu können, gerade was die Körperlichkeit und die Durchsetzungsfähigkeit anbelangt. Insofern bin ich guter Dinge und fiebere, zusammen mit meinem Trainerteam, der neuen Herausforderung entgegen.
Was möchten Sie persönlich als Trainerin mit der Mannschaft erreichen und was sind Ihre sportlichen Ziele?
Zunächst gilt es natürlich, sich an die neue Situation zu gewöhnen. Neue Liga, neue Mannschaft, neue Gegebenheiten. Die Vorbereitung lief allerdings schon sehr vielversprechend. Es wurde viel getestet, gegen Jungs, gegen Mädels und sogar auf internationaler Ebene – unter anderem gegen die U16 Mädels von Paris Saint-Germain oder St. Etienne als krönender Abschluss. Unsere Ziele sind dabei sehr klar formuliert: So viele Mädels wie möglich sowohl fußballerisch, mannschaftstaktisch als auch menschlich so weit entwickeln, dass sie den Sprung in die U17 schaffen.
Und am Ende der Saison sind Sie zufrieden, wenn…?
Ich bin zufrieden, wenn wir es am Ende der Saison gemeinsam geschafft haben, jede einzelne Spielerin aus unserem Kader sowohl fußballerisch als auch menschlich individuell weiterzubringen und ihnen das nötige Werkzeug für die bevorstehenden Herausforderungen in der U17 und ggf. auch in der U20 an die Hand zu geben. Wenn dabei dann auch noch ein schöner Tabellenplatz in der Jungsliga herausspringt und die ein oder andere gute Platzierung bei den im Oktober bevorstehenden internationalen Prestigeturnieren auf Mallorca und in Paris, dann sind wir umso glücklicher.
