Wir sind amtierende Deutsche Meisterinnen. Wie hält man die Spannung nach einem Titel hoch?
Es ist was Besonderes, nach 2016 wieder einen Titel nach München geholt zu haben. Für viele Spielerinnen ist es der erste große nationale Titel. Nach diesem Gewinn haben wir alle Lust auf „mehr“ und freuen uns schon auf die kommende Saison.
Ab der nächsten Saison gibt es auch bei den Frauen in der Champions League eine Gruppenphase. Welche Chancen sehen Sie bei dem neuen UWCL-Format?
Das neue UWCL-Format bietet dem Frauenfußball und deren Klubs eine sehr große Plattform. Diese Reform ist ein Meilenstein im Frauenfußball und stellt diesen auf eine neue Stufe. Wir werden eine komplett neue Dimension der Präsenz im TV erleben und somit viel Aufmerksamkeit und Reichweite erreichen. Sportlich gesehen ist es eine komplett neue Herausforderung, auf die wir sehr gespannt sind.
Und welche Risiken bringt die Reform mit sich?
Durch die Anzahl der Spiele – mehr Spiele als im alten Format – werden die Spielerinnen wesentlich größeren Belastungen ausgesetzt sein. Hier wird eine gute Steuerung nötig sein, um eine gute Balance zwischen Liga, Pokal, UWCL und Nationalmannschaftsabstellungen zu finden.
In dieser Champions League Saison wollen wir eine Rolle spielen. Hat das neue Format Einflüsse auf die Kaderplanung gehabt?
Auf jeden Fall, aber nicht nur. Wir haben Olympische Spiele hinter uns und im nächsten Jahr wartet eine Europameisterschaft. Die Saison wird viele Herausforderungen mit sich bringen und mögliche Verletzungen sind nicht kalkulierbar. Wir haben versucht, den Kader so aufzustellen, dass wir in der Lage sind, auf verschiedene Szenarien zu reagieren.
Was erhoffst Sie sich von den Neuzugängen?
Wir haben eine Mannschaft mit einer sehr hohen Qualität und hervorragenden Einzelspielerinnen. Unsere Neuzugänge bringen zusätzlich individuelle Klasse, aber auch Erfahrung auf internationalem Niveau mit nach München.
INTERVIEW MIT NICOLE ROLSER
Wie war es für dich im ersten Jahr die Fußballschuhe gegen den Laptop zu tauschen?
Es war die richtige Entscheidung und mein Körper ist mir dankbar. Mir macht mein neuer Job unheimlich viel Spaß und ich habe mich super eingearbeitet.
Welche Vorteile hat es für deine jetzige Tätigkeit, noch so „nah“ an der Mannschaft zu sein?
Ich denke, dass es einige Vorteile hat, wenn man so lange im Profisport aktiv war. Man kann sich in die Lage der Spielerinnen versetzen und weiß genau, was die Mannschaft braucht. Zudem kenne ich noch viele Spielerinnen aus meiner aktiven Zeit, wodurch natürlich eine super Bindung besteht.
Du hast die Meisterschaft sowohl auf als auch neben dem Platz gewonnen. Kann man die Meisterschaften als Spielerin und Verantwortliche miteinander vergleichen?
Der Titel ist natürlich der Gleiche, auch wenn ich in zwei unterschiedlichen Funktionen beteiligt war. Es ist einfach großartig, so einen Titel am Ende der Saison zu gewinnen und es ist der Ertrag für super Arbeit im Team und im Office.
Was fehlt dir am meisten aus deiner Zeit als Spielerin?
Am meisten fehlt mir das Zusammenkommen in der Kabine vor und nach dem Training. Sich einfach mit Mitspielerinnen austauschen und ständig Mädels um sich herumzuhaben, was den Mannschaftssport auszeichnet.
Worüber freust du dich am meisten in deiner jetzigen Position?
Dass ich nach wie vor nah am Team bin und meine langjährige Erfahrung in einer anderen Funktion einbringen kann.

